Wenn Linux plötzlich keine USB-Geräte mehr erkennt

31. Juli 2019 | #linux #debian #usb #autosuspend

Eigentlich ist Plug-and-Play unter Linux denkbar einfach: USB-Gerät einstecken und fertig. Manchmal passiert es aber, dass der Dateimanager beispielsweise eingesteckte externe Festplatten oder USB-Sticks plötzlich nicht mehr erkennt – selbst wenn man sie vor ein paar Stunden noch benutzt hat.

Ursache kann eine Konfiguration sein, die vor allem für Notebooks gedacht ist und Energie sparen soll, indem nicht verwendete USB-Anschlüsse des Rechners einfach deaktiviert werden (Stichwort: autosuspend). Blöd nur, wenn der nicht genutzte und folgerichtig abgeschaltete USB-Anschluss jetzt eben doch mal gefragt ist.

Problem identifizieren

Ob das besagte Feature aktiviert ist, lässt sich in einem Terminal mit dem Befehl

$ cat /sys/module/usbcore/parameters/autosuspend

ermitteln. Lautet die Ausgabe 2, ist autosuspend aktiv. Unten findest Du zwei Lösungswege, um den streikenden USB-Anschluss wiederzubeleben. Lautet die Ausgabe hingegen -1 liegt die Ursache in deinem Fall leider woanders, sorry.

Problem lösen

Variante 1 (schnell und billig)

Ist aktiviertes autosuspend die Ursache für plötzlich nicht mehr erkannte USB-Geräte, hilft ein Neustart und (vorübergehend) ist alles ist wieder tutti.

Variante 2 (die Gründliche)

Die Nachhaltige Lösung wäre hingegen, das Feature abzuschalten. Hierfür muss dem Kernel beim Booten eine entsprechende Anweisung mitgegeben werden:

  1. Ein Terminal öffnen
  2. Eine Sicherungskopie der Datei /etc/default/grub anlegen, z.B. mit
    $ sudo cp /etc/default/grub{,.bak~autosuspend}
  3. Die Datei /etc/default/grub mit Root-Rechten öffnen:
    $ sudoedit /etc/default/grub
  4. Suche die Zeile mit dem Inhalt GRUB_CMDLINE_LINUX_DEFAULT= und ergänze usbcore.autosuspend=-1. Wenn die komplette Zeile bei dir so aussah:
    GRUB_CMDLINE_LINUX_DEFAULT="quiet"

    Sollte sie anschließend so aussehen:

    GRUB_CMDLINE_LINUX_DEFAULT="quiet usbcore.autosuspend=-1"
  5. Speichern und den Rechner neustarten

Beim Reboot wird Linux ohne autosuspend gestartet. Das Problem ist damit gegessen – einziger Nebeneffekt: Das Stromsparpotential ist jetzt natürlich futsch.

Die oben beschriebene Vorgehensweise wurde mit Debian Buster getestet.

(Quelle)