The Secret of Monkey Island: Sprachausgabe nachrüsten

Ich habe ja mal von der Neuauflage von The Secret of Monkey Island berichtet – es sind zwar ein paar Jährchen verstrichen, bis ich mich ambitioniert um das Spiel gekümmert habe, aber immerhin Teil 2 der Reihe habe ich schon durchgespielt.

Kurzes Fazit zu Teil 2: Die Grafik ist zwar ganz hübsch aber überwiegend habe ich doch im klassischen Modus gespielt. Das liegt vor allem daran, dass die Sprachausgabe der Steam-Ausgabe englisch ist und die Diskrepanzen zwischen O-Ton und übersetzten Untertiteln recht lästig sind. Die Klassikversion dagegen bietet nur englische Untertitel, die 1:1 auf die Sprachausgabe passen; damit hat man die Optik des Klassikers zusammen mit den gut passenden Stimmen der Charaktere – sehr cool!

Während des Weihnachtsurlaubs wollte ich mit dem selben Feeling Teil 1 der Reihe ausprobieren, doch hier gibt es ein Problem: Man bekommt entweder Stimmen oder Retro-Grafik. Moppelkotze! Bei meinen Recherchen bin ich aber auf Monkey Island Ultimate Talkie Edition Builders gestoßen. Idee dahinter: Sprachausgabe aus dem Remake saugen, mit der Retro-Grafik kombinieren und als Ergebnis eine „Talkie“-Variante für ScummVM kreieren!

Zutaten

Zunächst muss die Special Edition von Monkey Island installiert sein. Dann besorgt man sich den Konverter auf der Projektseite (ein DOS-Batchskript), sowie die Datei xWMAEncode.exe.

Zubereitung

Vorweg: Augenscheinlich muss der einmalige Konvertier-Vorgang unter Windows durchgeführt werden, jedenfalls lief es mit Wine bei mir nicht so recht – die virtuelle Maschine tut es natürlich auch, die Performance ist aber eher mau (die Sounds werden wahlweise zu OGG oder FLAC konvertiert, da ist Prozessorleistung gefordert).

Die Anleitung auf der Internetseite geht ansonsten auf alle wesentlichen Punkte ein. Stolperstein für mich war lediglich, dass ich das bat-File von einer Kommandozeile mit Administrator-Rechten aus starten musste (ansonsten trat ein Fehler bzgl. BSPATCH.EXE auf).

Dann läuft das Skript (auf normalen Rechnern wohl so 15 bis 30 Minuten, meine schwachbrüstige virtuellen Maschine hat sich allerdings rund zwei Stündchen Zeit genommen – vor allem der oben beschriebene Komprimiervorgang für die Sound-Files hat hier Zeit gekostet). Und voilà:

Genießen!

ScummVM starten, Monkey Island hinzufügen und schon kann’s losgehen – übrigens auf allen Plattformen, auf denen ScummVM läuft. Selbst, wenn man für den Konvertiervorgang einmal Windows gebootet hat, lässt sich das Ergebnis in der gewohnten Umgebung zocken.

Die Original-Spieldaten werden dabei übrigens nicht beschädigt, also kann man bei Bedarf auch weiter per Steam spielen. Aber wer will das schon.

¹ Quelle