Schottland 2019

22. August 2019 | #urlaub #reisebericht #schottland #großbritannien #geocaching

Ende April ist bei uns traditionell Urlaubszeit. Das heißt, dieser Bericht ist schon ein wenig älter, aber bisher nie so recht fertig geworden. Um aber zu vermeiden, dass der Brexit kommt, bevor dieser Text live geht (und weil schon der zweite Urlaubsbericht in der Pipeline wartet 😅 ), hab ich mich jetzt doch mal aufgerafft! Zumindest ein paar grobe Eckpunkte und Schnappschüsse möchte ich gerne mit euch teilen.

Loch Lomond and the Trossachs

Schottland sollte also das Ziel sein. Doch wohin genau? In die Highlands, klar. Genauer gesagt fiel unsere Wahl letztlich auf den „Loch Lomond and The Trossachs“-Nationalpark, der zwar eher am südlichen Rand der Highlands liegt, dafür aber gut mit dem Mietwagen von Glasgow aus zu erreichen ist. Persönlich finde ich auch charmant, dass es hier im Gegensatz zu den „echten“ Highlands weiter im Norden neben Felsen und Bergen auch noch viel dichte Vegetation gibt.

Unsere Ferienwohnung lag im Dorf Brig o’ Turk, wenige Autominuten vom wuseligen Touristenort Callander entfernt. Dort wiederum gibt es einige Einkaufsmöglichkeiten, Apotheken usw. – wir entschieden uns aber dafür, durch die Haustür zu gehen und mehr oder weniger direkt in der Wildnis zu stehen.

In direkter Umgebung bietet sich beispielsweise der Aufstieg auf den Ben A'An an. Aber eigentlich sind die gesamten Trossachs schön und kaum überlaufen. Also genau so, wie man es sich selbst als Tourist wünscht – ein Blick in die Geocaching-App hilft wie immer bei Ideenlosigkeit. Unbedingt empfehlenswert ist übrigens auch der Wildschweinburger im Byre Inn, einem Pub, der quasi mitten im Wald liegt.

Tagesausflüge

Ansonsten bietet sich Brig o’ Turk in Kombination mit einem Mietwagen perfekt als Basislager für diverse Tagesausflüge an. So ist etwa Stirling in kurzer Zeit erreichbar und bietet gleichermaßen Programm für gutes (Spaziergang um/ins Wallace Monument) wie schlechtes Wetter (Whiskybrennerei inkl. Werksführung und Doune Castle – derzeit nicht von Franzosen bewohnt).

Ebenfalls nicht weit weg ist natürlich der oft besungene Loch Lomond. Hier ist es auch ohne viel Wald sehr grün, nur Kapitän Haddock haben wir nicht getroffen.

Beeindruckend ist auch Glen Coe: Wer sich über den Highway nähert, durchfährt zunächst für lange Zeit eine karge Steppe, die immer wieder durch schroffe Felsen und Berge unterbrochen wird. Viele Stunden kann man hier mit Sehen und Staunen verbringen, muss sich allerdings damit abfinden, dass sich aufgrund der weiten Sicht nur zu unpopulären Uhrzeiten ein Gefühl von wirklicher Abgeschiedenheit einstellt.

Ankommen und Abschied nehmen: Glasgow

Um An- und Abreise über den Glasgower Flughafen angenehmer zu gestalten, haben wir jeweils eine Nacht in einem preiswerten Hotel direkt am George Square verbracht. Hier ist man quasi mitten im Getümmel, kann shoppen, essen, trinken, Stadtrundfahrten machen oder einfach die Stadt auf eigene Faust erkunden.

Ich bin eigentlich kein Stadtmensch, muss aber zugeben, dass ich mich in Glasgow sehr wohlgefühlt habe: Auch als kulturelles Zentrum der Region schimmert die von Industrie und Arbeitertum geprägte Geschichte der Stadt immer wieder durch. Es ist leider völlig unmöglich, sich alle Sehenswürdigkeiten innerhalb von zwei halben Tagen anzusehen. Zumal man als Würstchen vom Lande an jeder Ecke eine „Sehenswürdigkeit“ entdeckt: Seien es vereinzelte Glasgow Smiles oder auch der Busfahrer, dessen tätowierte Vollglatze Aufschluss darüber gibt, was er wohl nach der zweiten Fußballhalbzeit so treibt.

Und sonst?

Festzuhalten bleibt, dass eine Woche natürlich viel zu kurz ist – viel Zeit zum Chillen haben wir uns dementsprechend nicht gegönnt.

Aber apropos Gönnen: Wer's deftig mag, wird die schottische Küche lieben. Von Haggis und Black Pudding war eigentlich jede Mahlzeit köstlich, die man uns aufgetischt hat. Und selbst die Energydrinks sind in Schottland irgendwie geiler als bei uns.

Wer auf den Geschmack kommen will und noch eine Unterkunft sucht, mag sich bei Penny und Ian melden. Ich bekomme keine Provisionen, aber die beiden sind sympathische Althippies und tolle Gastgeber. Wir haben uns sehr wohlgefühlt!

Fotos

Brig o’ Turk: Ein weniger touristischer Teil des Nationalparks. Tor bitte immer geschlossen halten! Alter Friedhof in Brig o’ Turk. Aufstieg auf den Ben A'an. Das <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Equestrian_statue_of_the_Duke_of_Wellington%2C_Glasgow">inoffizielle Wahrzeichen</a> Glasgows. Katze zeigt sich unbeeindruckt von neugierigen Touries. „Full Scottish Breakfast“: Toast, Butter, Bohnen, Ei, Speck, Wurst, Haggis und Blutpudding. Da kann kein Müsli mithalten. Streetart in Glasgow <3 Auf dem Weg nach Glen Coe. Fehlt nur der Hogwarts-Express. Glen Coe. Gespenstische Stimmung am Loch Lomond. Hinter den Kullissen der Deanston-Brennerei in Stirling.