Schottland 2019

Ende April ist bei uns tra­di­tio­nell Urlaubs­zeit. Das heißt, dieser Bericht ist schon ein wenig älter, aber bisher nie so recht fertig gewor­den. Um aber zu ver­mei­den, dass der Brexit kommt, bevor dieser Text live geht (und weil schon der zweite Urlaubs­be­richt in der Pipe­line wartet 😅), hab ich mich jetzt doch mal auf­ge­rafft! Zumin­dest ein paar grobe Eck­punkte und Schnapp­schüsse möchte ich gerne mit euch teilen.

Loch Lomond and the Tross­achs

Schott­land sollte also das Ziel sein. Doch wohin genau? In die High­lands, klar. Genauer gesagt fiel unsere Wahl letzt­lich auf den Loch Lomond and The Tross­achs“-Natio­nal­park, der zwar eher am süd­li­chen Rand der High­lands liegt, dafür aber gut mit dem Miet­wa­gen von Glas­gow aus zu errei­chen ist. Per­sön­lich finde ich auch char­mant, dass es hier im Gegen­satz zu den echten“ High­lands weiter im Norden neben Felsen und Bergen auch sehr dichte Vege­ta­tion gibt.

Unsere Feri­en­woh­nung lag im Dorf Brig o’ Turk, wenige Auto­mi­nu­ten vom wuse­li­gen Tou­ris­ten­ort Cal­lan­der ent­fernt. Dort wie­derum gibt es einige Ein­kaufs­mög­lich­kei­ten, Apo­the­ken usw. – wir ent­schie­den uns aber dafür, durch die Haus­tür zu gehen und mehr oder weni­ger direkt in der Wild­nis zu stehen. 

In direk­ter Umge­bung bietet sich bei­spiels­weise der Auf­stieg auf den Ben A’An an. Aber eigent­lich sind die gesam­ten Tross­achs schön und kaum über­lau­fen. Also genau so, wie man es sich selbst als Tou­rist wünscht – ein Blick in die Geo­caching-App hilft wie immer bei Ide­en­lo­sig­keit. Unbe­dingt emp­feh­lens­wert ist übri­gens auch der Wild­schwein­bur­ger im Byre Inn, einem Pub, der quasi mitten im Wald liegt.

Tages­aus­flüge

Ansons­ten bietet sich Brig o’ Turk in Kom­bi­na­tion mit einem Miet­wa­gen per­fekt als Basis­la­ger für diverse Tages­aus­flüge an. So ist etwa Stir­ling in kurzer Zeit erreich­bar und bietet glei­cher­ma­ßen Pro­gramm für gutes (Spa­zier­gang um/​ins Wal­lace Monu­ment) wie schlech­tes Wetter (Whis­ky­bren­ne­rei inkl. Werks­füh­rung und Doune Castle – der­zeit nicht von Fran­zo­sen bewohnt).

Eben­falls nicht weit weg ist natür­lich der oft besun­gene Loch Lomond. Hier ist es auch ohne viel Wald sehr grün, nur Kapi­tän Had­dock haben wir nicht getrof­fen.

Beein­dru­ckend ist auch Glen Coe: Wer sich über den High­way nähert, durch­fährt zunächst für lange Zeit eine karge Steppe, die immer wieder durch schroffe Felsen und Berge unter­bro­chen wird. Viele Stun­den kann man hier mit Sehen und Stau­nen ver­brin­gen, muss sich aller­dings damit abfin­den, dass sich auf­grund der weiten Sicht nur zu unpo­pu­lä­ren Uhr­zei­ten ein Gefühl von wirk­li­cher Abge­schie­den­heit ein­stellt.

Ankom­men und Abschied nehmen: Glas­gow

Um An- und Abreise über den Glas­go­wer Flug­ha­fen ange­neh­mer zu gestal­ten, haben wir jeweils eine Nacht in einem preis­wer­ten Hotel direkt am George Square ver­bracht. Hier ist man quasi mitten im Getüm­mel, kann shop­pen, essen, trin­ken, Stadt­rund­fahr­ten machen oder ein­fach die Stadt auf eigene Faust erkun­den.

Ich bin eigent­lich kein Stadt­mensch, muss aber zuge­ben, dass ich mich in Glas­gow sehr wohl­ge­fühlt habe: Auch als kul­tu­rel­les Zen­trum der Region schim­mert die von Indus­trie und Arbei­ter­tum geprägte Geschichte der Stadt immer wieder durch. Es ist leider völlig unmög­lich, sich alle Sehens­wür­dig­kei­ten inner­halb von zwei halben Tagen anzu­se­hen. Zumal man als Würst­chen vom Lande an jeder Ecke eine Sehens­wür­dig­keit“ ent­deckt: Seien es ver­ein­zelte Glas­gow Smiles oder auch der Bus­fah­rer, dessen täto­wierte Voll­glatze Auf­schluss dar­über gibt, was er wohl nach der zwei­ten Fuß­ball­halb­zeit so treibt.

Und sonst?

Fest­zu­hal­ten bleibt, dass eine Woche natür­lich viel zu kurz ist – viel Zeit zum Chil­len haben wir uns dem­entspre­chend nicht gegönnt.

Aber apro­pos Gönnen: Wer’s deftig mag, wird die schot­ti­sche Küche lieben. Von Haggis und Black Pud­ding war eigent­lich jede Mahl­zeit köst­lich, die man uns auf­ge­tischt hat. Und selbst die Ener­gy­drinks sind in Schott­land irgend­wie geiler als bei uns.

Wer auf den Geschmack kommen will und noch eine Unter­kunft sucht, mag sich bei Penny und Ian melden. Ich bekomme keine Pro­vi­sio­nen, aber die beiden sind sym­pa­thi­sche Althip­pies und tolle Gast­ge­ber. Wir haben uns sehr wohl­ge­fühlt!

Fotos