Reingehört VI

Mal wieder ein paar Schnapper im altbewährten Plattenladen mitgenommen und einmal live anfixen lassen. Wir legen direkt los:

Heat – Old Sparky

(Album, 2012)

Die Doom-Rock-Truppe HEAT konnte schon Ende September live in der Alten Meierei in Kiel bestaunt werden. Toller Abend und mit einem ganzen Rattenschwanz an Bands – so kam es auch, dass der Headliner erst in den frühen Morgenstunden des nächsten Tages vor einer überschaulichen Zuschauermenge loslegte.

Die Berliner Mannschaft orientiert sich deutlich spürbar an frühen BLACK SABBATH, was vor allem gesanglich sehr deutlich wird. Auch die schlacksige Art von Sänger Patrick sorgte in Kombination mit den simplen Song-Strukturen und dem ohrwurmtauglichen Riffing für einen tollen Gesamteindruck.

Das Rad wird dabei natürlich nicht neu erfunden und mit den vielen starken starkten Retro-Bands, die momentan an jeder Steckdose spielen, kann das Quintett auch nicht mithalten – Spaß macht „Old Sparky“ dennoch.

Wer nicht die Katze im Sack kaufen will, kann sich das komplette Album bei Bandcamp anhören und/oder direkt ordern.

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Blind Guardian – Mirror, Mirror

(Single, 1998)

Noch ’ne Single der Blinden Gardinen, die ich für zwei Euro mal mitgenommen hab. Mirror, Mirror ist ein schöner Ohrwurm und das Marschall-Artwork kann auch was.

Zum Mund abwischen gibts zwei Live-Nummern (And the Story Ends, Imaginations from the Other Side) und ein Priest-Cover (Beyond the Realms of Death). Alles recht entbehrlich, aber für kleines Geld kann man sich das Scheibchen mal ins Regal stellen.

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Blind Guardian – Live

(Live-Album, 2003)

Interessanter wirds schon mit dem Live-Album. Das Artwork finde ich richtig klasse und die inneren Werte passen auch: Zehn Jahre nach der letzten Live-Scheibe hat sich der Sound der Krefelder stark verändert, dennoch werden alle Epochen der Band auf zwei CDs wenigstens angeschnitten.

Die euphorischen Publikumsreaktionen kommen gut rüber, Hansis Ansagen klingen gewohnt holprig-charmant und die Song-Auswahl lässt kaum Wünsche übrig.

Ein Vorzeige-Live-Album und sicherlich ein guter Einstieg, um sich mit dem Schaffen der Band vertraut(-er) zu machen.

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Metal Church – The Human Factor

(Album, 1991)

Zeit für amerikanischen Power Metal. The Human Factor bricht zwar Geschmacksregel Nummer eins (Keine Fotos von Bandmitgliedern aufs Cover, verdammt!), kann ansonsten aber überzeugen.

… auch wenn die Scheibe beim ersten Durchgang noch recht spurlos an einem vorbeigeht; großartige Nummern wie The Final Word und das fast hypnotische Finale von Flee from Reality wirken später dafür umso besser. Die kleine Verschnaufpause In Harm’s Way baut gute Spannungsbögen auf und zeigt, dass METAL CHURCH nicht zuletzt wegen des hochklassigen Gesangs von Mike Howe auch ohne permanent verzerrte Gitarren funktionieren.

Für mich ist das Nachfolgealbum „Blessing in Disguise“ noch eine Spur stärker, doch echtes Mittelmaß findet sich auf „The Human Factor“ auch nicht.

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