Reingehört I

16. März 2013 | #metal #reingehoert #jaguar #attack #bigdaisy

Anfangen möchte ich mit meiner letzten Bestellung bei High Roller Records, die in letzter Zeit vor allem mit Vinyl-Re-Releases alter Heavy-Metal-Klassiker auf sich aufmerksam machen.

Jaguar – Opening The Enclosure

(Compilation, 2010)

Die erste Berührung mit den Briten hatte ich auf dem Headbangers Open Air 2012. Da ich spät dran, aber in Sekundenschnelle vom klassischen Heavy Metal überzeugt war, stand das Quartett aus Bristol nun schon recht lang auf dem Einkaufszettel.

Mit Opening the Enclosure gewähren JAGUAR einen Blick auf ihre ersten vier Demos, die deutlich hörbar in den Anfangstagen des Heavy Metals (konkret: der New Wave of British Heavy Metal) entstanden. Riffbetont, melodisch und sehr unbeschwert klingen die 10 Tracks. Das Booklet ist liebevoll aufgemacht und mit einigen Linernotes und Fotos aus alten Tagen versehen. Gelungenes Release!

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Attack – The Secret Place

(Album, Re-Release, 1995/2012)

Etwas kitschiger geht es beim 1995er Release der niedersächsischen Kapelle ATTACK zu. Geboten wird Heavy Metal, der vor allem an frühe HELLOWEEN und BLIND GUARDIAN zu Anfang der 90er erinnert. Gefiedel auf der Gitarre, Doublebass, hoher Gesang und natürlich eine Quotenballade (Walk Alone) sind mit an Bord.

Das Album bietet durchaus ein paar Gänsehautmomente (The Warrior), ist ab und an aber auch arg cheesy. So könnte The Prophecy auch aus der Feder von Freedom Call stammen, aber das muss ja nichts schlimmes sein.

Mit Tsoukata und Warp Speed, Now! gibt es noch zwei nennenswerte Instrumentalnummern, die schnell ins Ohr gehen. Vor allem letztere macht durch konstant hohes Tempo und Star-Wars-Anleihen super Spaß. Gelungener Blindkauf!

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Big Daisy – Big Daisy

(Compilation, 2012)

Hinter dem eigenwilligen Cover verbergen sich zwei Handvoll New Wave of British Heavy Metal. Die Songs sind jedoch so zahm, dass sie fürs Metalarchiv anscheinend nicht relevant sind – so ein Unsinn! Zwar gehen Nummern wie Day of the Damned stilistisch ein wenig in Richtung URIAH HEEP und DEEP PURPLE, doch Big Daisy spielen lupenreine Gitarrenmusik, die ohne Orgel und Klimbimm auskommt.

Die Musik wird vor allem vom grandiosen Gesang getragen und klingt zumeist sehr groovy (Killing Me!). Wem LED ZEPPELIN zu vertrackt und die frühe BLACK SABBATH zu primitiv sind, findet hier einen spannenden Mittelweg. „Big Daisy“ ist jedenfalls genau der richtige Soundtrack für lange Autofahren mit Sonnenbrille und offenem Fenster.

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