Paperwork 2.0 ist da

Papier­kram ver­wal­ten ist eine Sache, die man Com­pu­ter über­las­sen lassen sollte: Ein­scan­nen, bes­ten­falls ein paar Meta­da­ten ergän­zen, ver­ges­sen – und bei Bedarf wieder abru­fen.

Das ist die Idee hinter Paper­work. Ich hab das Tool schon mal eher bei­läu­fig erwähnt. Aller­dings bin ich damals nicht ins Detail gegan­gen, weil der Funk­ti­ons­um­fang eher rudi­men­tär und Paper­work somit eher was für … Enthu­si­as­ten war. Vor ein paar Tagen ist aber Ver­sion 2 erschie­nen und die kann sich wirk­lich sehen lassen.

Wie ein­gangs umris­sen ist Paper­work ein Pro­gramm, um wich­tige Schne­cken­post-Sen­dun­gen zu archi­vie­ren. Dabei wird ein prag­ma­ti­scher Ansatz ver­folgt: Die Seiten werden in einem Rutsch gescannt, Text wird durch­such­bar gemacht (OCR ist das Stich­wort) und auf Wunsch mit Schlag­wor­ten (Tags) ver­se­hen. Das reicht, um Doku­mente im Bedarfs­fall wieder her­vor­zu­kra­men. Eine hoch­kom­plexe Ablage ist ganz bewusst nicht vor­ge­se­hen – was auch okay ist, wenn man bedenkt, dass man 99% seiner Rech­nun­gen nie wieder ansieht.

Als Alter­na­tive zum Scan­nen können auch PDF- oder Gra­fik­da­teien impor­tiert und auf die­selbe Weise archi­viert werden. Paper­work ver­wen­det dafür übri­gens keine aus­ge­feilte Daten­bank, son­dern legt alle Doku­mente auf der Fest­platte ab. Das macht es zumin­dest theo­re­tisch denk­bar, auch mit ande­ren Pro­gram­men auf das Doku­men­ten­ar­chiv zuzu­grei­fen.

Paper­work ist frei und quell­of­fen und lässt sich unter Win­dows, Linux und MacOS instal­lie­ren. Unter Linux legt man am besten mit dem Flat­pak-Paket los. Aber da Paper­work mitt­ler­weile auch in eini­gen Dis­tri­bu­tio­nen ver­tre­ten ist (Debian, Ubuntu, Arch, Fedora), ist es nur eine Frage der Zeit, bis sich die neue Ver­sion auch über den Paket­ma­na­ger instal­lie­ren lässt.

Ich habe mitt­ler­weile alle wich­ti­gen Doku­mente seit meiner Schul­zeit digi­ta­li­siert und auf meh­re­ren Daten­trä­gen abge­legt und kann dieses Vor­ge­hen nur emp­feh­len.

Neue­run­gen in Ver­sion 2

Wer ältere Ver­sio­nen kennt und unzu­frie­den war, sollte einen neuen Blick ris­kie­ren:

  • Das Scan­nen über den Doku­men­ten­ein­zug funk­tio­niert end­lich so, wie man es sich vor­stellt (man muss nicht mehr vor­de­fi­nie­ren, wie viele Seiten gescannt werden sollen)
  • PDF-Exporte ver­brau­chen deut­lich weni­ger Spei­cher
  • PDF-Importe können wie Scans nach­be­ar­bei­tet werden (Seiten drehen, zuschnei­den usw.)
  • der Ein­stel­lungs­dia­log ist auf­ge­räum­ter
  • Es gibt ein neues mäch­ti­ges Com­mand Line Inter­face

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~andwil

Geek aus Kiel. Tobt sich hier vor allem über den Open-Source-Kosmos im Allgemeinen (und Linux im Speziellen) sowie Heavy Metal aus.