Nützliche PDF-Tools

14. Februar 2013 | #pdf #pdftk #linux #windows

Das Studium neigt sich dem Ende zu, also ist mal wieder Bewerbungszeit. Das PDF-Format stellt wohl die beste Wahl für elektronische Bewerbungen dar. Folgende Werkzeuge haben sich bei mir gut bewährt:

PDFs erstellen

Der PDF-Export ist bei LibreOffice kinderleicht. Mittlerweile kann das sogar Microsoft Office, daher spare ich mir weitere Ausführungen.

PDFs verketten

Möchte man mehrere PDFs aneinanderreihen bietet sich das Kommandozeilenprogramm pdftk (kurz für PDF Toolkit) an. Es ist in den gängigen Linux-Distributionen enthalten und wird in der Debian-/Ubuntu-Welt wie gewohnt installiert:

$ sudo apt install pdftk

Die Benutzung ist dann denkbar einfach: Nach dem Befehlsaufruf pdftk folgen alle PDF-Dateien in der gewünschten Reihenfolge; das Stichwort output gibt dann die Ausgabe-Datei an – so ergibt sich folgender Code-Bandwurm (wie immer alles in einer Zeile):

$ pdftk Anschreiben.pdf Lebenslauf.pdf Zeugnisse.pdf output Bewerbungsunterlagen_Herbert_Fugbaum.pdf

Wer lieber grafische Tools verwendet, kann auf das Frontend PDF Chain. Es greift unter der Haube aufs oben genannte pdftk zurück und kann noch ein paar Dinge mehr (z.B. PDFs in mehrere Seiten aufteilen oder Wasserzeichen setzen). Es findet sich als pdfchain in den Paketquellen.

[Update vom 10. Oktober 2020]: Als Alternative bietet sich der ehemalige Geheimtipp PDF Split and Merge („PDFsam“) an. Das Programm ist in Java geschrieben und läuft daher auch auf Windows und Mac OS,. Mittlerweile erfordern aber alle interessanten Features einen Kauf, außerdem ist die Benutzeroberfläche wahrhaft grausig. Die letzte brauchbare Version 2.2.4 findet sich noch auf SourceForge und ist bei Interesse einen Blick wert. [/Update]

PDFs mit Lesezeichen versehen

Damit der Leser sich in der PDF-Datei schnell zurechtfindet, bietet sich ab einem gewissen Umfang die Verwendung von Bookmarks an. Hier hilft JPdfBookmarks.

[Update vom 10. Oktober 2020]: JPdfBookmarks wird leider nicht mehr gepflegt und scheint auch nicht mehr zu funktionieren. Eine richtig gute Alternative ist mir noch nicht untergekommen, aber PDF-XChange Editor bietet neben weiteren Features auch diese Funktion. Es handelt sich um Windows-Software (Freeware mit Kauf-Option), läuft bei mir auf mehreren Maschinen super mit Wine unter Debian und Kubuntu.

„Made in Germany“, aber nicht ganz so mächtig ist FlexiPDF. Auch ein Windows-Programm mit kostenloser Testphase, das ähnlich viele Funktion wie der PDF-XChange Editor hat – und ebenfalls beim Setzen von Lesezeichen behilflich ist. Läuft ebenfalls super mit Wine.

PDFs komprimieren

Schwergewichtige PDF-Dateien (z.B. große Scans) lassen sich ebenfalls schnell und einfach im Terminal komprimieren. Das wohl einfachste Werkzeug heißt ps2pdf und ist Bestandteil von ghostscript, welches bei Bedarf installiert werden muss:

$ sudo apt install ghostscript

Anschließend wird einfach folgender Befehl ausgeführt:

$ ps2pdf GroßesDokument.pdf KomprimiertesDokument.pdf

Einen 36-seitigen Scan konnte ich damit um immerhin 40% komprimieren – ohne sichtbaren Qualitätsverlust. [/Update]