Metalfest 2012 (Loreley)

Wo ich kürzlich schon so schön übers Headbangers Open Air schwadroniert habe, will ich der Vollständigkeit halber doch noch ein paar Worte übers Metalfest 2012 verlieren, das nun doch schon eine Weile zurücklag – hat Havocat ja schon gut vorgemacht.

Angereist sind wir zu dritt im T3 eines Freundes, der auf der Strecke von von 2×670 km sicherlich deutlich gealtert ist (Fahrer wie Fahrzeug). Entschädigt für zwölf Stunden Anreise hat vor allem die traumhafte Lage des Festivals direkt am Rhein – zumal man als Norddeutscher ohnehin immer in ehrfürchtiges Staunen gerät, sobald mal 100 m über NN erreicht. ;-)

Erster Eindruck

Nachdem der Felsen im ersten Gang erklommen war, konnte das Lager aufgeschlagen werden. Parken und Campen zu trennen ist ja immer etwas lästig, aber wenn man im Vorfeld Bescheid weiß, ist das (genau wie Glasverbot) auch kein großes Thema.

Leider ging die Koordination des Camp-Aufbaus seitens der Security gründlich in die Hose, so dass plötzlich Zelte auf stark abschüssigen Wiesen standen und Autos auf frisch gemähten Feldern parken mussten. Unsereins hatte hier jedoch Glück und einen brauchbaren Platz in ebener hoher Lage mit entspannten Nachbarn ergattert (Gruß an dieser Stelle in den Westerwald!).

In den sonstigen Kritikpunkten bezüglich Toiletten-Situation und fehlender Beleuchtung schließe ich mich Havocs Fazit (s.o.) an.

Bands

Einen Eindruck habe ich bekommen von:

  • Skullfist verpasst, als ich 2,5 Stunden an der Bändchen-Ausgabe stand. Narf.
  • Witchcraft: ziemlich spacig, aber klasse Atmosphäre. Muss ich mich mehr mit beschäftigen.
  • Blind Guardian: schöne Setlist, endlich mal Majesty live gehört. Hat Spaß gemacht!
  • Megadeth: völlig mülliger Sound während der ersten 2, 3 Songs, danach ok. Ab und an bisschen laut, aber sonst nichts zu meckern. Super Auftritt!
  • Powerwolf sind nicht meine Baustelle, aber der Sänger ist ein guter Entertainer. Den Gig hab ich dementsprechend gerne mal mitgenommen.
  • Edguy: die Ansagen waren hier leider das Highlight. Die Setlist war ähnlich mies wie zuletzt 2011 in Wacken; gefühlt wurden nur die letzten beiden Alben berücksichtigt.
  • Kreator: wahnsinnig laut, guter Auftritt und (dank Amphitheater) kein völlig übertriebener Moshpit. So mag ich das. ;-)
  • Mit Steelwing hab ich mich vorher nicht besonders mit beschäftigt, der Auftritt war aber ganz nett. Hoffentlich arbeiten die Jungs in den nächsten Jahren weiter daran, weniger austauschbar zu klingen.
  • Kyuss Lives! kannte ich nur von Youtube und habe nicht das Bedürfnis, mich nun näher mit denen zu beschäftigen. Zugegebenermaßen habe ich nur mit einem Ohr während des Abendessens am Gelände zugehört.

Insgesamt gab es also einige schöne Konzerte zu sehen, auch wenn ich wieder viel verpasst habe. Bei Spielzeiten von meist 60 Minuten und weniger fand ich’s jedoch sehr lästig, dass einige Bands zehn bis 15 Minuten zu früh aufhörten (etwa Steelwing und Kyuss) – keine Ahnung, was da los war!?

Easy Livin’

Zum Feiern braucht es keine gute Orga und so war auch das Metalfest super unterhaltsam. Das Publikum war sehr offen und friedlich, die Atmosphäre dementsprechend völlig entspannt.

Lästig war dafür das Becherpfand-System: Neben dem Becher kriegt man bei jedem Getränkekauf eine Kunststoffmarke ausgehändigt. Wer die verbummelt, kriegt seinen Euro nicht wieder und kann den Plastikbecher in die Botanik werfen. Vermutlich ist dies aber eine Idee des Loreley-Caterings und nicht die Schuld der Veranstalter.

Verschiedene Fastfood-Knabbereien gab es zu typischen Festival-Preisen. Ich hab mir nur einen Pita mit Gyros für nen Fünfer gegönnt und ansonsten auf dem Gaskocher gebrutzelt. Merch-Stände sind mir unter anderem von Speedy und Goddess of Desire ins Auge gestochen. Für mich war das Festival aber auch ohne neue T-Shirts schon teuer genug. ;-)

Die Organisatoren haben bezüglich der genannten Kritikpunkte mittlerweile Stellung bezogen (leider kann man keine einzelnen News-Beiträge verlinken) und geloben insbesondere Besserung bei der restlos überforderten Bändchen-Ausgabe und deutlich zu geringen Zahl der Toiletten.

Wenn die Bands stimmen, komme ich vielleicht wieder. Riesen Spaß gemacht hat die Veranstaltung auf alle Fälle, auch wenn die lange Fahrt deutlich schlaucht. Das war’s wert!