Headbanger’s Open Air 2013

Letztes Juli-Wochenende: Zeit fürs Headbangers Open Air! Letztes Jahr hat’s mir schon ganz gut gefallen und so will ich euch auch auch dieses Jahr ein wenig davon erzählen.

Bands

Ich kannte im Vorfeld wieder nur recht wenige Bands, aber bei 2 Minuten vom Zelt zur Bühne kann man ja spontan mal rüber zur Musik – oder auch mal wieder zurück.

  • `77 haben das Festival eröffnet und eifern mit ihrem bluesigen Hard Rock den jungen AC/DC (Bon Scott!) nach. Trotz der kleinen Bühne ein sehr dynamischer, energiegeladener Gig; musikalisch ist leider alles schon mal da gewesen. Gut unterhalten können die Spanier trotzdem!
  • MPire of Evil ist ein aktuelles Projekt der VENOM-Veteranen Mantas und Demolition Man. Was auf Platte klingt, als würden MOTÖRHEAD Thrash Metal spielen, konnte mich live – vor allem gesanglich – nicht überzeugen.
  • Overkill waren der Headliner am Donnerstag und für mich der Act des Wochenendes. Sänger Bobby „Blitz“ Ellsworth ist der geborene Entertainer – unglaublich, was der für ein Fass aufmacht.
  • Axxion stammen wie ihre Genre-Kollegen SKULL FIST aus Kanada und spielen schnellen Heavy Metal, wie ihn wohl vor allem ENFORCER wieder in den Fokus rückten. Tolle Gitarrenarbeit; das Debüt-Album für schlanke 13 Mark habe ich sofort verhaftet. Die Scheibe wird wohl beim nächsten Reingehört-Artikel verwurstet.
  • King Leoric überzeugten mit True Metal, der immer nah an den offensichtlichen Idolen des Genres angelegt ist. Sympathische Ansagen zwischen den recht vorhersehbaren Songs machten den Auftritt zu einem Erfolg. Auf CD brauche ich das Material nicht zwingend, doch live ist es eine Freude, dem Kutte tragenden Sänger und seinen Mannen zuzusehen.
  • Screamer waren für mich eine richtige Überraschung. Der energiegeladene Heavy Metal der Schweden überzeugte das gesamte Publikum sofort. Ich war vor allem auf Empfehlung von `77 da – der Sänger forderte während des Auftritts das Publikum auf, sich auch unbedingt SCREAMER anzusehen. Einen Tonträger konnte ich leider nicht mehr abstauben.
  • Iron Savior fand ich aus der Konserve immer ganz erträglich, aber das Songwriting war meiner Meinung nie so stark, wie es hätte sein können. Live war das Ganze auch ganz hübsch anzuhören, doch die langatmigen Midtempo-Stücke haben die Stimmung etwas gedämpft. Bis zum Schluss bin ich nicht geblieben.
  • Sacred Steel waren ein weiteres kleines Highlight. Die True-Metal-Heroen legten einen soligen Gig ab, der vor allem vom gut gelaunten und durch und durch sympathischen Sänger Gerrit abgerundet wurde. Kleine Pannen, ein bisschen Blödsinn und vor allem der klischeetriefende Teutonenstahl machten in dieser Kombination einen Wahnsinnspaß.
  • Metal Church – auf diesen Auftritt habe ich mich besonders gefreut. Um fit zu sein noch eine Stunde in die Koje gelegt, Wecker gestellt, Kaffee geholt … doch wer spielt denn da auf der Bühne? Da hab ich mit dickem Kopp wohl irgendwie den Wecker ein Stündchen zu spät gestellt. Narf. Die letzten 15 Minuten waren klasse anzusehen und -hören, doch ein Urteil kann ich mir hier nicht erlauben. FML.

Party on, Wayne.

Das Drumherum war im Prinzip wie vergangenes Jahr: Günstige Preise, sympathisches Ambiente – super! Dieses Jahr neu war eine ungeheure Hitze, die kräftig auf den Kreislauf geschlagen hat; zumal uns Samstag ein Sonnenschirm gestohlen wurde.

Davon abgesehen bin ich nach wie vor von dem kleinen Festival überzeugt und weine der aktuellen Spaßveranstaltung im Dorf mit W am Anfang keine Träne nach. Auf dem HOA stimmt alles und ich hoffe, dass das Festival in der holsteiner Pampa noch lange ein Geheimtipp bleibt:

Let’s keep this one secret!

So hieß es in einer Ansage am Ende des OVERKILL-Auftritts – versprochen, Bobby. (Diesen Blogpost liest eh kein Schwein.)