Hack im Pott Nr. 4

Ein Haufen Nerds und Geeks, span­nende Vor­träge und Work­shops, jeden Tag eine warme Mahl­zeit und dazwi­schen ne Mett-Flat­rate (vulgo: Hack). Unge­fähr das waren die Argu­mente eines alten Freun­des (nennen wir ihn @613nm), ihn zum Hack im Pott zu beglei­ten und abends auf seiner Couch zu näch­ti­gen. Da konn­ten wir natür­lich nicht nein sagen!

Doch der Reihe nach: Der Chaos-Pott lud zum nun vier­ten Mal nach Essen, genauer gesagt in ein Kinder- und Jugend­haus, das rund 100 Hackern Platz bietet. Titel und Motto lauten Hack im Pott“ und es war die erste CCC-Ver­an­stal­tung, wir besucht haben – aber ver­mut­lich nicht die letzte: Die Kom­bi­na­tion aus bunt gemisch­tem Publi­kum, dessen ein­zige Schnitt­menge sich wohl am Inter­esse fürs (Selber-)machen defi­nierte, und die lockere Atmo­sphäre sorg­ten für einen hohen Wohl­fühl­fak­tor. Und dann war da natür­lich noch die erst­klas­sige Ver­pfle­gung, die von flei­ßi­gen Frei­wil­li­gen ermög­licht wurde: Kochen, Abwa­schen sowie Kalt- und Warm­ge­tränke bereit­stel­len waren nur die offen­sicht­lichs­ten Tätig­kei­ten.

Aber ich kann doch gar nicht hacken!

Laut HIP-Home­page kein Pro­blem. Es geht eben darum was man kann – und dass sich bestimmt jemand findet, der sich genau dafür inter­es­siert. Unter dieser Prä­misse war auch Hannah als der Nicht-Nerd unse­res Haus­halts dabei.

Etwas ernüch­ternd war leider der Beginn, an dem schon fest­stand, dass gleich vier Vor­träge (wohl krank­heits­be­dingt) abge­sagt wurden – unter ande­rem jene von @leyrer, der schon für die Kieler Linux-Tagen absa­gen musste. In geleb­ter tuwat–Manier wurde aber spon­tan Ersatz impro­vi­siert: So ent­stand unter ande­rem ein simp­ler, aber effek­ti­ver Regex–Work­shop für Noobs, der einige Wis­sens­lü­cken schloss, über die ich mich schon häu­fi­ger mal geär­gert hatte.

Auch unter den übri­gen Pro­gramm­punk­ten fand sich für jeden was und so wartet nun ein Lila-Ten­ta­kel–Kör­ner­kis­sen auf seinen Ein­satz. Und viel­leicht werde ich eines Tages den Mut auf­brin­gen, das pro­prie­täre BIOS meines Think­pads durch Linux zu erset­zen (Stich­wort coreboot).

Ein High­light war auch der Ein­blick in den täg­li­chen Wahn­sinn im Leben eines KRITIS-Prü­fers. Grund­lage sind gesetz­li­che Anfor­de­run­gen zur Prü­fung der IT-Tech­nik ver­sor­gungs­kri­ti­scher Ein­rich­tun­gen wie Kraft- oder Was­ser­werke. Viele Anek­do­ten zum Gru­seln, aber auch sach­lich span­nend: Denn der gemein­same Nenner vieler Pro­bleme ist die oft­mals strikte Tren­nung von Engi­nee­ring und IT: beide Seiten wollen eigent­lich, dass weder Script-Kid­dies noch Geheim­dienste unsere Kran­ken­häu­ser und Kraft­werke lahm­le­gen können. Doch ers­tere will dar­über hinaus den täg­li­chen Job mög­lichst bequem und wirt­schaft­lich erle­di­gen und hat außer­dem im Stu­dium wenig bis gar nichts über sichere Fern­war­tung und ähn­li­che Risi­ko­quel­len gelernt. Hier und da hab ich mich als Inge­nier durch­aus etwas ertappt gefühlt.

Rund­herum

Wie gesagt war dies die erste Ver­an­stal­tung dieser Art, die ich besucht habe. Die Idee ist, wie auch schon gesagt, dass man sich trifft und etwas macht. Die Rand­be­din­gun­gen wurden in der Form geschaf­fen, dass reich­lich Sitz­plätze und Steck­dose zur Ver­fü­gung stan­den, so dass flei­ßig aus­pro­biert und pro­gram­miert werden konnte, wäh­rend in Voträ­gen Wissen ver­mit­telt bzw. in Work­shops ange­wen­det wurde. 

Eng waren ledig­lich die WiFi-Kapa­zi­tä­ten (jemand meinte wohl, 300 IPs wären genug für 100 Hacker ). Auch waren die Vor­trags­räume mit­un­ter ziem­lich am Limit – noch ließ sich das aber unter gemüt­lich“ ver­bu­chen.

Wir haben uns als CCC-fremde Gäste jeden­falls wohl­ge­fühlt und eine erneute Teil­nahme ist trotz län­ge­rer Anreise nicht aus­ge­schlos­sen, zumal man in NRW immer jeman­den findet, den man mal wieder besu­chen müsste. ;-)

Vielen Dank an dieser Stelle an alle flei­ßi­gen Helfer und Orga­ni­sa­to­ren!

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~andwil

Geek aus Kiel. Tobt sich hier vor allem über den Open-Source-Kosmos im Allgemeinen (und Linux im Speziellen) sowie Heavy Metal aus.