Hack im Pott Nr. 4

8. März 2020 | #hackimpott #urlaub #essen #linux

Ein Haufen Nerds und Geeks, spannende Vorträge und Workshops, jeden Tag eine warme Mahlzeit und dazwischen ’ne Mett-Flatrate (vulgo: Hack). Ungefähr das waren die Argumente eines alten Freundes (nennen wir ihn @613nm), ihn zum Hack im Pott zu begleiten und abends auf seiner Couch zu nächtigen. Da konnten wir natürlich nicht nein sagen!

Doch der Reihe nach: Der Chaos-Pott lud zum nun vierten Mal nach Essen, genauer gesagt in ein Kinder- und Jugendhaus, das rund 100 Hackern Platz bietet. Titel und Motto lauten „Hack im Pott“ und es war die erste CCC-Veranstaltung, wir besucht haben – aber vermutlich nicht die letzte: Die Kombination aus bunt gemischtem Publikum, dessen einzige Schnittmenge sich wohl am Interesse fürs (Selber-)machen definierte, und die lockere Atmosphäre sorgten für einen hohen Wohlfühlfaktor. Und dann war da natürlich noch die erstklassige Verpflegung, die von fleißigen Freiwilligen ermöglicht wurde: Kochen, Abwaschen sowie Kalt- und Warmgetränke bereitstellen waren nur die offensichtlichsten Tätigkeiten.

Aber ich kann doch gar nicht hacken!

Laut HIP-Homepage kein Problem. Es geht eben darum was man kann – und dass sich bestimmt jemand findet, der sich genau dafür interessiert. Unter dieser Prämisse war auch Hannah als der Nicht-Nerd unseres Haushalts dabei.

Etwas ernüchternd war leider der Beginn, an dem schon feststand, dass gleich vier Vorträge (wohl krankheitsbedingt) abgesagt wurden – unter anderem jene von @leyrer, der schon für die Kieler Linux-Tagen absagen musste. In gelebter tuwat-Manier wurde aber spontan Ersatz improvisiert: So entstand unter anderem ein simpler, aber effektiver Regex-Workshop für Noobs, der einige Wissenslücken schloss, über die ich mich schon häufiger mal geärgert hatte.

Auch unter den übrigen Programmpunkten fand sich für jeden was und so wartet nun ein Lila-Tentakel-Körnerkissen auf seinen Einsatz. Und vielleicht werde ich eines Tages den Mut aufbringen, das proprietäre BIOS meines Thinkpads durch Linux zu ersetzen (Stichwort coreboot).

Ein Highlight war auch der Einblick in den täglichen Wahnsinn im Leben eines KRITIS-Prüfers. Grundlage sind gesetzliche Anforderungen zur Prüfung der IT-Technik versorgungskritischer Einrichtungen wie Kraft- oder Wasserwerke. Viele Anekdoten zum Gruseln, aber auch sachlich spannend: Denn der gemeinsame Nenner vieler Probleme ist die oftmals strikte Trennung von Engineering und IT: beide Seiten wollen eigentlich, dass weder Script-Kiddies noch Geheimdienste unsere Krankenhäuser und Kraftwerke lahmlegen können. Doch erstere will darüber hinaus den täglichen Job möglichst bequem und wirtschaftlich erledigen und hat außerdem im Studium wenig bis gar nichts über sichere Fernwartung und ähnliche Risikoquellen gelernt. Hier und da hab ich mich als Ingenier durchaus etwas ertappt gefühlt.

Rundherum

Wie gesagt war dies die erste Veranstaltung dieser Art, die ich besucht habe. Die Idee ist, wie auch schon gesagt, dass man sich trifft und etwas macht. Die Randbedingungen wurden in der Form geschaffen, dass reichlich Sitzplätze und Steckdose zur Verfügung standen, so dass fleißig ausprobiert und programmiert werden konnte, während in Voträgen Wissen vermittelt bzw. in Workshops angewendet wurde.

Eng waren lediglich die WiFi-Kapazitäten (jemand meinte wohl, 300 IPs wären genug für 100 Hacker ). Auch waren die Vortragsräume mitunter ziemlich am Limit – noch ließ sich das aber unter „gemütlich“ verbuchen.

Wir haben uns als CCC-fremde Gäste jedenfalls wohlgefühlt und eine erneute Teilnahme ist trotz längerer Anreise nicht ausgeschlossen, zumal man in NRW immer jemanden findet, den man mal wieder besuchen müsste. ;-)

Vielen Dank an dieser Stelle an alle fleißigen Helfer und Organisatoren!


(Titelfoto von Tim Hüfner auf Unsplash)