Freifunk: WLAN für alle

Ein unabhängiges Netzwerk in der ganzen Stadt, kostenlose WLAN-Nutzung für alle und jeder kann mitmachen? Klingt gut, da mach ich mit!

Freifunk verfolgt genau diese Ziele und baut dabei auf die Mitarbeit freiwilliger Teilnehmer. Ziel ist, lokale Hotspots („Knoten“) zu einem großen Netzwerk zu verbinden. Damit lassen sich Freifunk-interne Dienste und Inhalte umsetzen, aber auch Leute ins Internet bringen – indem man als Anwohner etwas von seiner DSL-Bandbreite zur Verfügung stellt.

Das hat viele Vorteile: Jeder kann kostenlos und weitgehend anonym ins Internet und je dichter das Netz wird, desto unabhängiger wird man vom Wohlwollen der Internetanbieter, aber auch der Zensoren und Geheimdienste. Für Pragmaten wie Idealisten ist also was dabei.

Nutzen kann man Freifunk mit jedem WLAN-kompatiblen Gerät, also etwa dem Smartphone, ganz ohne Registrierung, Limitierung oder anderem Blödsinn.
Wer aktiv mitmachen will, spielt eine besondere Firmware auf seinen Router (dauert insgesamt keine 15 Minuten) oder kauft sich einfach ein vorbereitetes Gerät zum Selbstkostenpreis (rund 20€) bei der lokalen Freifunk-Community. Je nachdem wie man’s angeht sind kaum oder gar keine technischen Kenntnisse nötig. Der Router vernetzt sich automatisch mit weiteren Freifunk-Knoten in der Nähe, versorgt sich selbst mit Updates und schlürft nur ein bisschen Strom.

Das folgende Video veranschaulicht Idee und Umsetzung sehr gut:

(Freifunk verbindet! von Philipp Seefeldt)

Hier in Kiel ist das Netz noch recht grobmaschig, als norddeutsches Vorbild kann man aber z.B. Lübeck anführen – dank der Zusammenarbeit mit dem Stadtradt macht man hier offenbar große Fortschritte. In vielen anderen Städten sieht es ähnlich aus.

Mein Freifunk-Knoten verrichtet ganz unauffällig am Fensterbrett seinen Dienst und beschert mir keinen spürbaren Performance-Verlust im Internet.
Mitmachen tut also nicht weh und ist aus vielen Gründen eine gute Sache. Einziger Wermutstropfen für Nerds: Dank der gut vorbereiteten Firmware beträgt der Frickelfaktor fast null.

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[1] Quelle

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~andwil

Geek aus Kiel. Beruflich in der Industrie zu Hause, tobt sich hier aber vor allem über Linux, den Open-Source-Kosmos und Heavy Metal aus.