Exif-Aufnahmedatum korrigieren

Keine Lust gehabt, Datum und Uhr­zeit in der Digi­tal­ka­mera ein­zu­stel­len? Der Akku war zwi­schen­durch leer und das Datum hat sich mitten im Urlaub zurück­ge­setzt? Beides kein großes Thema, wenn man eine unge­fähre Ahnung hat, wann genau die Bilder auf­ge­nom­men worden sind, denn das Exif–Datum lässt sich am hei­mi­schen Linux-PC ein­fach kor­ri­gie­ren:

Das Kon­so­len-Tool jhead erwar­tet den Offset im Format hh:mm oder hh:mm:ss. In meinem kon­kre­ten Fall betrug die Dif­fe­renz fast zwei Jahre, bzw. fast 15.398 Stun­den – Excel bzw. Libre­Of­fice Calc helfen, wenn die Zeit­spanne über­sicht­lich wird.

Um einen Offset von bspw. 24 Stun­den und 10 Minu­ten ein­zu­brin­gen, gibt man fol­gen­des ins Ter­mi­nal ein, um die Zeit­dif­fe­renz nach oben hin zu kor­ri­gie­ren:

$ jhead -ta+24:10 verkorkstesdatum.jpg

Der umge­kehrte Fall ist natür­lich genau so mög­lich; soll das Exif-Auf­nah­me­da­tum nach unten kor­ri­giert werden, schreibt man statt­des­sen:

$ jhead -ta-00:12 verkorkstesdatum.jpg

Leuch­tet ein, oder? Es lassen sich natür­lich auch alle Dateien in einem Ordner auf Schlag anpas­sen, etwa indem man dem Datei­na­men eine Wild­card (*) ver­passt:

$ jhead -ta+15397:57 *.jpg

Etwas Vor­sicht ist gebo­ten, weil jhead nach Ein­gabe eines vali­den Befehls sofort ans Werk geht und nicht noch mal nach­fragt, bevor die Exif-Daten über­schrie­ben werden. Unter Linux muss wie immer auch auf kor­rekte Groß- und Klein­schrei­bung geach­tet werden.

Bildschirmfoto von jhead im Linux-Terminal. Das Programm bestätigt, wenn Exif-Daten wie gewünscht editiert worden sind, bzw. gibt eine Fehlermeldung.
Wenn alles rich­tig läuft, gibt jhead eine Bestä­ti­gung für jedes edi­tierte Foto, wie in diesem Screen­shot zu sehen.

Gege­be­nen­falls muss jhead vor Benut­zung instal­liert werden, es ist in den Paket­quel­len prak­tisch aller Linux-Dis­tri­bu­tio­nen vor­han­den. Wer drauf steht, kann es eben­falls unter Win­dows oder Mac OS ein­set­zen, die Down­load-Links gibt es auf der Home­page des Ent­wick­lers.

Andwils Avatar

~andwil

Geek aus Kiel. Beruflich in der Industrie zu Hause, tobt sich hier aber vor allem über Linux, den Open-Source-Kosmos und Heavy Metal aus.