Exif-Aufnahmedatum korrigieren

14. Oktober 2018 | #linux #jhead #exif #foss

Keine Lust gehabt, Datum und Uhrzeit in der Digitalkamera einzustellen? Dem Akku ist die Puste ausgegangen und das Datum hat sich mitten im Urlaub zurückgesetzt? Beides kein Problem, wenn man eine ungefähre Ahnung hat, wann genau die Bilder aufgenommen worden sind, denn das Exif-Datum lässt sich am heimischen Linux-PC einfach korrigieren:

Das Konsolen-Tool jhead erwartet den Offset im Format hh:mm oder hh:mm:ss. In meinem konkreten Fall betrug die Differenz fast zwei Jahre, bzw. knapp 15.398 Stunden – Excel bzw. LibreOffice Calc helfen beim Ausrechnen der genauen Zeitdifferenz.

Installation

Sofern noch nicht geschehen, muss jhead zunächst installiert werden. Bei Ubuntu oder Debian sieht der Befehl so aus:

$ sudo apt-get install jhead 

Verwendung

Um jetzt einen Offset von bspw. 24 Stunden und 10 Minuten einzubringen, gibt man folgendes ins Terminal ein, um die Zeitdifferenz nach oben hin zu korrigieren (man achte aud das Plus-Zeichen):

$ jhead -ta+24:10 verkorkstesdatum.jpg

Der umgekehrte Fall ist natürlich genau so möglich: soll das Exif-Aufnahmedatum nach unten korrigiert werden, schreibt man einfach - statt +:

$ jhead -ta-00:12 verkorkstesdatum.jpg

Leuchtet ein, oder? Es lassen sich natürlich auch alle Dateien in einem Ordner auf Schlag anpassen, etwa indem man dem Dateinamen eine Wildcard (*) verpasst:

$ jhead -ta+15397:57 *.jpg

Aufgepasst!

Etwas Vorsicht ist geboten, weil jhead nach Eingabe eines validen Befehls sofort ans Werk geht und nicht noch mal nachfragt, bevor die Exif-Daten überschrieben werden. Unter Linux muss wie immer auch auf korrekte Groß- und Kleinschreibung geachtet werden DSC0001.jpg ist also ein komplett anderer Dateiname als DSC0001.JPG.

Bildschirmfoto von jhead im Linux-Terminal. Das Programm bestätigt, wenn Exif-Daten wie gewünscht editiert worden sind, bzw. gibt eine Fehlermeldung.

Wenn alles richtig läuft, gibt jhead eine Bestätigung für jedes editierte Foto, wie in diesem Screenshot zu sehen.

Wer drauf steht, kann jhead natürlich auch unter Windows oder Mac OS einsetzen, die Download-Links gibt es auf der Homepage des Entwicklers.


(Artikelfoto von ShareGrid auf Unsplash)