Dokumentenscanner Brother ADS-2100e unter Linux nutzen

2. Dezember 2018 | #linux #scanner #brother #sane

Der Brother ADS-2100e ist ein einigermaßen preiswerter Dokumentenscanner (ca. 260 Euro), der mit dem vom Hersteller angebotenen proprietären Treiber auch unter Linux genutzt werden kann.

Foto vom Brother-Dokumentenscanner „ADS-2100e“ – diese Anleitung eignet sich aber auch für viele weitere Brother-Modelle

Abbildung: © Brother International GmbH

Ich bin bei der Installation auf einige Stolpersteine gestoßen – vielleicht ist dieser Artikel daher für den einen oder anderen von Nutzen.

Die untenstehende Anleitung sollte sich übrigens auch für andere USB-Scanner von Brother eignen.

Schritt 1: SANE installieren

Falls vom Distributor noch nicht vorinstalliert, ist dies der richtige Zeitpunkt, um SANE – Linux' Schnittstelle zur Kommunikation mit Scannern – zu installieren.

Da SANE von sich aus keine grafische Oberfläche mitbringt, installiert man am besten das Paket xsane. Das ist eine etwas altbackene, aber mächtige Oberfläche, die sich gut eignet, um den Scanner auf Funktion zu testen. Der folgende Befehl sollte Debian- und Ubuntu-Nutzern alle benötigten Zusatzpakete gleich mit installieren:

$ sudo apt install xsane

Wer unter KDE/Plasma zu Hause ist, interessiert sich vielleicht für das etwas hübschere Skanlite:

$ sudo apt install skanlite

Schritt 2: Brother-Treiber installieren

Der Scanner-Treiber kann auf der Brother-Seite als deb- oder rpm-Paket kostenlos heruntergeladen werden.

Da die EULA die Verbreitung der Treiber durch Dritte genehmigt, stelle ich sie hier ebenfalls zur Verfügung:

System / Architektur 32Bit 64Bit
.deb (z.B. Debian, *buntu): brscan4-0.4.6-1.i386.deb  brscan4-0.4.6-1.amd64.deb
.rpm (z.B. OpenSuse, Fedora):  brscan4-0.4.6-1.i386.rpm  brscan4-0.4.6-1.x86_64.rpm

(Bitte das Kleingedruckte beachten: Kopie der Brother-EULA)

Die Installation erfolgt nach dem Download mit dem Paket-Manager deiner Distribution, also bspw. im Terminal mit folgendem Befehl:

$ sudo dpkg -i ~/Downloads/brscan4-0.4.6-1.amd64.deb

Schritt 3: udev-Regel erstellen

Jetzt wird's kurz umständlich (hey, wir arbeiten hier schließlich mit Linux!): Denn bisher kann man nur mit Root-Rechten scannen!

Für den Alltag ist das natürlich Unsinn. Abhilfe schafft eine neue udev-Regel, die wie folgt angelegt wird und auch Nutzern ohne Root-Privilegien das Scannen erlaubt:

  1. Den Drucker an einem freien USB-Port anschließen und im Terminal den Befehl

    $ lsusb|grep Brother

    ausführen. Das Ergebnis sieht in etwa so aus:

     > Bus 003 Device 010: ID 04f9:037d Brother Industries, Ltd

    Interessant für uns sind die hervorgehobenen Zeichen hinter dem Wörtchen „ID“, in diesem Fall also 04f9 und 037d. Diese bitte notieren, denn wir benötigen sie für besagte udev-Regel, die wir jetzt erzeugen.

  2. Erstmal Root-Rechte sichern:

    $ sudo -s

    Dann den folgenden mehrzeiligen Befehl ins Terminal kopieren und mit Return ⏎ bestätigen:

    # cat > /etc/udev/rules.d/39-brother-ads-2100.rules <<EOF
    ATTRS{idVendor}=="04f9", ATTRS{idProduct}=="037d", ENV{libsane_matched}="yes"
    EOF
  3. Mit folgendem Befehl wird udev neugestartet:

    # sysemctl restart udev
  4. Jetzt kann der sudo -s-Modus wieder verlassen werden:

    # exit
  5. Zuletzt noch den Scanner vom USB-Port trennen und neu anschließen. Damit sollte alles geritzt sein!

(Quelle)

Schritt 4: Scannen!

Das wäre geschafft. Ab jetzt sollte der Brother-Scanner ohne Probleme zur Verfügung stehen. Testen lässt er sich beispielsweise mit den oben genannten Programmen Xsane oder Skanlite.

Wenn's doch noch hakt, haben die Ubuntu-Users noch ein paar Tipps parat. Das obige Vorgehen habe ich übrigens erfolgreich mit Debian „Stretch“ (stable) und „Buster“ (testing) getestet. Wer noch Ergänzungen oder Korrekturvorschläge hat: Immer her damit!