Bautagebuch: Treppe und Brüstungsregal

9. Oktober 2021 | #hausbau #bautagebuch #bautagebuch-innenausbau #bautagebuch-treppe

Unsere Treppe ist natürlich schon seit einigen Monaten an Ort und Stelle – mit diesem Eintrag wollte ich aber warten, bis ein besonderes Schmankerl montiert ist: ein hüfthohes Bücherregal, passend zur Trepppe, welches fortan als Brüstung dient:

Treppenplanung

Die Grundüberlegungen für unsere Treppe liegen allerdings noch länger zurück und wurden angestellt, als die Bauzeichnerin bei uns auf dem Sofa saß, um den letzten Schliff für den Grundriss zu besprechen. Wie viele Treppenstufen sollen's werden (oder eher: wie groß soll die Treppensteigung sein?) und was passt maßlich überhaupt in die Diele bzw. den Flur im Obergeschoss.

Da wir oben durch die Platzierung des Schornsteins etwas limitiert waren und die Treppe auch mit Kinderbeinen sicher zu benutzen sein sollte, entschieden wir uns für eine zweifach viertelgewendelte Treppe. So konnten wir eine Steigung mehr unterbringen, auch wenn der Platzbedarf im Obergeschoss dadurch etwas anstieg:

Links: früher Zeichnungsentwurf mit 15 Stufen und viertelgewendelter Treppe. Rechts: Die spätere Treppe mit zwei Viertelwindungen und 16 Stufen.

Links: früher Zeichnungsentwurf mit 15 Stufen und viertelgewendelter Treppe. Rechts: Die spätere Treppe mit zwei Viertelwindungen und 16 Stufen.

Einmal Landhaustreppe, bitteschön!

Mit der Bauzeichnung im Gepäck machten wir uns einige Woche vorm Estrich auf den Weg zum Treppenbauer. Es handelte sich um eine relativ kleine Tischlerei, die sich auf Treppen spezialisiert hat und uns mehrfach persönlich empfohlen wurde.

Für uns stand zunächst mal nur fest, dass wir eine offene „Landhaustreppe“ haben wollen. Was bei Instagram so etwas wie ein genormter Begriff ist für eine weiße Treppenwange und, nun ja, holzfarbene Stufen, half dem Praktiker natürlich nicht besonders. Nach einem Streifzug durch die Werkstatt und einigen Öl- und Lackproben konten wir aber vermitteln, was uns vorschwebte: die Stufen sollten aus geölter Buche sein; Wange, Stäbe und die Pfosten sollten weiß lackiert und letztere mit gefrästen Sicken versehen werden. Der Handlauf wiederum bekam ein Omega-Profil und besteht wie die Stufen aus geölter Buche.

Die Tischlerei kümmerte sich dann zunächst um die genaue maßliche Gestaltung und bereitete einige Optionen auf dem Papier vor. Nachdem wir unser Go gegeben haben, wurden die Komponenten hergestellt und letztlich vor Ort montiert. Im Nachhinein hätte ich vielleicht versucht, den Montagezeitpunkt noch ein ganzes Stück nach hinten zu schieben, um solange mit einer robusten Baustellentreppe vorlieb zu nehmen. Ganz ohne kleine Blessuren ging der weitere Innenausbau nämlich nicht vonstatten – aber das bleibt wohl nicht aus und von größeren Unfällen blieb das gute Stück zum Glück verschont.

Puzzle-Teile ausgebreitet im Wohnzimmer Tada: Blick durch die Haustür. Der verzierte Treppenpfosten unten … … und oben. Hier noch mal ohne das schützende Vlies. Blick aus dem Eingangsbereich. Und noch eine Ansicht aus der Diele. Die Steckdose für den Staubsauger­roboter hat sich schon jetzt bewährt. :-)

Mit dem Ergebnis sind wir super zufrieden: der geschwungene Handlauf fühlt sich toll an und auch die lackierten Elemente machen viel her. Daran werden wir uns hoffentlich noch viele Jahre erfreuen. 😊

Absturzsicherung

Durch die zweifach gewendelte Treppe ergab sich eine längliche Nische auf der Betondecke, die wir irgendwie sinnvoll nutzen wollten. Auf die Idee, ein Bücherregal hier unterzubringen, kamen wir recht schnell. Doch wie umsetzen? Der erste Gedanke war, eine kleine Mauer vorzusehen und mehrere Billy-Regale davor zu stellen. Aber so ganz überzeugend war das nicht; zumal es aus Sicht der Sicherheit wohl nicht genügt hätte, einfach ein paar Ytong-Steine hüfthoch aneinander zu kleben.

Schon deshalb wurde es am Ende eine Auftragsarbeit vom Tischler. Und natürlich auch, weil das Regal optisch gerne zur Treppe passen sollte – was auch super gelungen ist. Zur Vorbereitung wurden schon in die Betondecke sechs Gewindezapfen versenkt, die ein paar Zentimeter länger als die spätere Fertig­fußboden­höhe waren und das massive Holzregal nun fest am Boden verankern.

Voher: verlegter Boden und vorbereitete Gewindezapfen. Nachher: das installierte Brüstungs­regal Auf der Rückseite sorgt eine Leiste für einen sauberen Übergang zwischen Regal und Geschoss­decke.

Mittlerweile ist das Regal gefüllt und fürs erste fehlen nur noch Fußleisten, Übergangsprofile, ein wenig Silikon und natürlich eine gescheite Deckenlampe, um den Flur im Obergeschoss so richtig wohnlich zu machen. Aber wir sind wieder ein ganzes Stück weiter!